Mittwoch Abend startete ich mit meinem Piraten den Weg nach Ebensee. Der Wetterbericht verhieß nichts Gutes: Fallende Temperaturen, Regen, Schneefall in den Bergen. Ab Linz fing es an auf der Autobahn zu regnen. Wettersturz und Starkregenwarnung auf der West. Nach drei Stunden traf ich in Ebensee ein.  Die Küche hatte schon geschlossen, aber der Kühlschrank mit dem Bier war für Clubmitglieder und Gäste geöffnet. Anita Schaschl hatte einen selbst gemachten Kirschenstrudel und Marillenkuchen mitgebracht. Mein Abendessen war somit gesichert. Ich ging um 22:30 im Hotel Galaxy (Ford Galaxy BJ2009) zu Bett. Die Matratze und der Bundesheer-Schlafsack, welcher sich noch sehr bewähren sollte, waren schnell gerichtet. Nach dem anstrengenden Arbeitstag war ich schon müde. Das tropfen des Regens auf mein Autodach schläferte mich ein.

Am  nächsten Tag erwachte ich zeitig. Es war schon hell, dank Juni und Sommerzeit, aber das Wetter war alles andere als sommerlich. Grau in grau, Regentropfen auf der Scheibe. Im Klub waren noch keine Aktivitäten zu sehen. Also noch ein bisschen im Schlafsack kuscheln. Draussen hatte es vielleicht gerade nur 10 Grad!

Amerikanisches Frühstück mit Ham and Eggs und Kaffee machte mich wieder fit. Jetzt schnell die Segel aus dem Boot geholt, denn beim Vermesser war niemand angestellt. Es begann wieder mal zu regnen. Das mit dem Stempel ging sehr schnell vor sich. In der Zwischenzeit war Michael, mein Vorschoter auch schon angekommen. Wir machten uns gleich ans Werk und bauten das Boot auf.

Der erste Start war für 13:00h vorgesehen. So hatten wir genug Zeit, unser Boot auf unsere neuen Segel einzustellen. um 12.00 war das Skipper-Meeting angekündigt. Aufgrund der Bewölkung konnte sich keine Thermik in Ebensee entwickeln. In Gmunden wehte bereits Westwind. Der erste Tag begann gemütlich mit warten auf den Wind. Aber so wie der Tag begann, endete er auch.- ohne Wind aber mit Regen. Am Abend fand die Generalversammlung der Österr. Pirat Klassenvereinigung statt.

Am nächsten Tag 7:30 Uhr war nur eine wesentlich Änderung zu sehen. Es gab Wind! Ich streckte meine Hand aus dem Schlafsack und machte einen Blick auf das die Uhr und das Thermometer. 6 Grad, und das Ende Mai….  brrrr sehr kalt. Also gleich Seglerkluft anziehen und ins Klubhaus zum Frühstücken.

Ich war überhaupt nicht motiviert, jetzt auch noch die Segel zu setzen, aber Bereitschaft zum Auslaufen war am Vortag mit 8:30 festgesetzt worden.  Der Nordwind wehte schon mit 2-3 Bft. Da konnten wir auch schon das Schallsignal des Startbootes hören. Also nicht lange überlegen, sondern ablegen. der selben Bahn starteten auch die H-Boote.

  1. Wettfahrt:  Wir machten vor der ersten Wettfahrt noch einen ausgiebigen Trim- Schlag. Die neuen Segel machten einen sehr guten Eindruck.

"Links musst Du steuern hallt ein Schrei" nach dem gleichnamigen Lied von Frank Schönfeld. So sollte es bei Schönwetter sein, aber bei diesem Regen?

Wir entschieden uns trotzdem für Mitte-links. Und es war gut so. Nach einigen Wenden konnte ich feststellen, das es Links wirklich gut ging. Die Luvtonne konnten wir schon fast anliegen, endtschied mich aber für noch eine Wende zum Ufer. Nördlich sah ich einen Windstreifen. Diesen erwischten wir optimal und waren bei der Luv-Tonne schliesslich an erster Position.

Auf der Vorwind ließen wir uns auf keine Matches ein. Miriam Lehner mit Vorschoter Andreas Gillhofer, x-facher Staatsmeister, waren uns dicht auf den Fersen und konnten uns auf der Vorwind überholen. Die H-Boote mussten noch eine dritte Runde drehen, und so mussten wir knapp eine Stunde warten, bis die H-Boote im Ziel waren. Die Kälte kroch in unsere Segelanzüge, obwohl ich einen Fliesspulli mehr angezogen hatte.

2. Wettfahrt:

Die zweite Wettfahrt verlief ähnlich wie die erste. An der Luv Tonne waren wir wieder an zweiter Position Der Regen wurde wieder stärker. Man kam sich wie in deinem Tropenwald vor, nur das es fast 30 Grad weniger hatte. Trotz eines Fehlers beim setzten des Spinnackers konnten wir die Wettfahrt als 4. beenden

3. Wettfahrt:

In der dritten Wettfahrt kam es gleich nach dem Start bei einem Luv -Duell zu einer Berührung mit einem Deutschen Segler und wir mussten nach Regel 44.1 eine 360 Grad Drehung machen. Das hatte zur Folge, dass wir immer in der Maschine waren und wir nie freien Wind hatten. Diese Wettfahrt konnten nur an 18. Stelle beenden. Aber dass war zugleich wieder ein Ansporn, die vierte Wettfahrt wieder besser zu fahren.

4. Wettfahrt:

In der Zwischenzeit hatte der Wind etwas gedreht. Er kam mehr östlich. Also war links nicht mehr ganz richtig, bzw konnte riskant sein. Aber die Mehrheit der Segler zog es wieder nach Links. Auch die H-Boote, die vor uns gestartet waren, hielten sich links. Sie waren immer ein guter Indikator gewesen, also wieder nach links und zwar extrem. Nicht weniger als 15 Wenden waren notwendig, um in dem „Wind-Kanal“ auf der linken Seite des Kurses zu nutzen. Ich entschied mich zum Schluss noch einmal für eine Wende, damit wir im Luv des entgegenkommenden H-Boot Feldes die Boje anliegen konnten. Die vorige Wettfahrt hatten wir riskiert durchs Feld zu fahren, um Zeit zu sparen. Das war aber gänzlich falsch.

In der zweiten Runde hielten wir uns wieder Links, aber nicht mehr so extrem, weil auf der Vorwind zuvor schon einige Böen mehr aus dem Osten kamen. Die zweite Runde musste wegen abflauendem Wind bereits an der Luv-Tonne beendet werden. 100 m davor kam plötzlich der Wind wirklich aus dem Osten. zum Glück hatten wir nur ca. 5 Bootslängen zu dieser Windkannte und konnten dann umlegen. Wir konnten noch den 11 Platz ins Ziel retten.

Erschöpft, aber glücklich über die Ergebnisse des heutigen Tages traten wir die Heimfahrt an. Die Kälte kam wie in jeder Pause wieder zurück und wir freuten uns schon auf eine heisse Dusche.

Am Abend war der Empfang im Schloss Orth in Gmunden. Ich machte mit Matthias und Manuela Reiter die Vorhut und reservierten für die Piratsegler 3 Tische im Wappensaal.

Bier, Sekt und Wein bis zum abwinken wurde von den aufmerksamen Gastro-Team serviert. Auch das Buffet konnte sich sehen lassen. Für jeden war was dabei.

Im Innenhof war eine Multimedia-Show installiert und es wurden Filme über die GC32 Regatta, sowie über die Antigua Race Week gezeigt. Auch eine Liveband sorgte für Stimmung. Viele bekannte Gesichter aus nationaler und internationaler Regattaszene konnte ich erblicken. Um 11:00 Uhr machten wir drei uns auf dem Heimweg, weil für Samstag vormittag wieder Wind angekündigt war.

  Am Samstag erwachte ich wieder so gegen 7:30 Uhr. Wind war keiner mehr zu sehen. Die Schlechtwetterfront hatte sich bereits in der Nacht ausgetobt. Also gemütlich zum Frühstück ins Klubhaus. Menü1 Ham ans Eggs mit Kaffee. Nach dem Frühstück das boot fertig zum auslaufen vorbereiten. Die Wettfahrtsleitung entschied sich für einen Start im Gebiet von Traunkirchen. Also Boote in Wasser und mit Spinaker vorbei an den schönen Ort Traunkirchen. Dort gab es bereits Wind, wenn auch nicht sehr ergiebig. Doch noch bevor die Bojen gelegt werden konnten, kam dieser zum erliegen. Also Mittagspause am Wasser. Endlich kam auch die Sonne zum forschen, welche zahlreichen Applaus unter den Seglern erntete. Zum Zeitvertreib besuchten wir den Wasserfall am Fusse des Traunsteins beim Miesweg.. Ein paar Segler nutzten die Gunst der Stunde und erforschten den Wanderweg.

Der Wasserfall, der dort vom Berg fiel, hatte so eine hohe Geschwindigkeit, dass er eine kleine Brise in der Bucht anfachte, die es ermöglichte beim vorbeifahren zu beschleunigen. Dieses Spiel wurde von einigen Seglern sehr ausgereizt, bis schliesslich ein Schlauchboot der Wettfahrtsleitung das Spiel beendete und uns zurück in den Hafen schleppte. An diesem Tag war an segeln nicht mehr zu denken, und wir konzentrierten uns dann schon auf das Segleressen im Club. Das 3-gängige Menü (Kartoffelsuppe, Huhn mit Reis und einem Dessert wurde serviert und es schmeckte vorzüglich. Danach hatte eine Band ihren Auftritt. Das letzte mal im Galaxy übernachten. Es war etwas wärmer als in den zwei Nächten davor. Ich schlief zufrieden ein.

Am Sonntag schien schon die Sonne kurz nach dem Erwachen. Aber über den Bergen waren immer wieder dunkle Wolken aus denen es immer kurze Schauer gab. Daher konnte sich keine Termik entwickeln.

Um 13:00 Uhr entschloss sich die Wettfahrtsleitung dem Spiel ein Ende zu machen, und feuerten 3 Schüsse ab.

Die Staatsmeisterschaft war beendet. Michael und ich nahmen bei der Siegerehrung stolz die Bronzemedaillen entgegen. Für das Team AUT4 ist es ein Zeichen, daß wir auf dem richtigen Weg sind.

AUT 4 Andreas Decker