Nach umfangreichen Vorbereitungsarbeiten gemeinsam mit dem SCEbensee, einigen Mitgliedern der ÖPV und dem Team von Profs konnte es also termingerecht losgehen und wir, die „Lehnerfamily“ machten uns am Samstag 9.Mai mit mehreren Autos, Hängern und jeder Menge Equipment auf den Weg nach Ebensee, wo wir schon sehnsüchtig erwartet wurden. Feli und ich waren in den vergangenen Wochen und Monaten die Hauptansprechpersonen für alle Wünsche und Beschwerden und so gab´s eben auch kurz vor dem Startschuss noch jede Menge zu klären. Es waren bereits einige Mannschaften aus diversen Ländern angereist und etablierten sich im großzügigen Campingareal des SCE. Viele herzliche Umarmungen der altbekannten Gesichter die nach und nach ankamen und ein Wetter, das schöner war als die Prognose!

Ein kleines Sorgenkind von mir, die Vermessung kam irgendwie nicht so recht in die Gänge und ich hegte schon leichte Befürchtungen, ob sich das umfangreiche Vermessungsprogramm wohl in der vorgesehenen Zeit ausgehen würde… immerhin war geplant, diversen Bootsmasse, alle Mastmarkierungen, die Segel, die Spieren die Sicherheitsausrüstung, das Ruderblatt samt Abwaage sowie die Abwaage des Rumpfes!

Erst am Sonntag früh begann das Prozedere und zwar bei den Segeln gleich mit einem de javue für AUT 2, der ebenso stolz wie siegesgewiss seinen Satz Segel auf den Tisch legte und große Augen machte, als der Vermesser irgendwie keine rechte Übereinstimmung zwischen seinen mühsam aufgemalten Messpunkten und Walters Spi finden konnte. Um also ganz sicher zu gehen, wo denn das Problem liegt wurde zunächst ein Spi eines anderen Herstellers aufgelegt und die Messmarken passten, dann wurde noch Obertechniker Helmut Loos zurate gezogen und der Spi nach allen Regeln der Kunst vermessen, aber es half alles nichts, zu groß ist zu groß, also Schere, Segeltape und ein etwas emotionales Telefonat mit dem Segelmacher…

Auch die Anzeigetafel der Waage am Kran machte so manchem Bootseigner Sorgen- Blei war an den 2 Vermessungstagen in Ebensee echte Mangelware zwischen minus 4 und plus 20 kg zeigte die Waage an! Letzteres bei Bernd Pintarichs Edelholzpirat! Er hat wohl bei der Auswahl der Materialien bei der Restaurierung an nichts gespart.

Nunja, am Abend des Sonntag waren dann doch 2/3 der Boote erfolgreich vermessung, so dass wir dem Montag schon recht gelassen entgegen sahen.

Auch der Montag zeigte sich im sonnigen Outfit, was die Arbeiten natürlich recht begünstigte.

Am Nachmittag pünktlich um 1300 war dann Practisrace angesagt und nach kurzem Briefing von Altprofi Uli Fink gings für ca. 40 Mannschaften aufs Wasser wo sich mittlerweile eine ganz nette Thermik aufgebaut hatte. Nach knapp 2 Stunden kamen die Mannschaften wieder an Land und stellten einhellig fest, dass es „spannend“ ist, hier zu segeln…

Die anschließende feierliche Eröffnungszeremonie die u.a. von der Solvay Musikkapelle mitgestaltet wurde, beeindruckte nicht nur mich, sondern auch die anderen Teilnehmer, so wurden beispielsweise die Hymnen ALLER Nationen gespielt und dazu die Flaggen der jeweiligen Nationen feierlich gehisst – echt schön!

Dienstag 12.5. – aufstehen und der erste Blick galt dem Wetterbericht, gar nicht mal so schlecht, der 2 Blick dem Traunstein, nur ein paar Dunstwolken, der Dritte Blick dem Feuerkogel, detto, das sieht mal ganz gut aus dachte ich mir, wenngleich der See noch glattgestrichen war. Pünktlich um Zehn Uhr erfolgte der erste Start und zu meiner großen Überraschung gleich im ersten Anlauf. Was dann folgte war segeln auf Europameisterschaftsniveau, eng, schwierig und nervenaufreibend, aber deshalb waren wir ja gekommen.

Am Ende des Tages waren 4 Wettfahrten gesegelt und damit die Gültigkeit der Serie fixiert, mir fiel ein Stein vom Herzen und vielen anderen auch, denn als dann um 1900 der Österreicherabend begann, wo wir AUT´s uns vorgenommen hatten, uns und unser Land in einigen Facetten darzustellen hatten alle Teilnehmer beste Feierlaune.

Einmal Brattlbuffet mit alles würde der Mann am Kebapstand sagen, dann Tagessiegerehrung, Weinverkostung, eine sensationelle Tanzdarbietung von Fam. Bachler, dann sang das gesamte österreichische Team „I am from Austria“ und DJ Andi (Gili) rundete den Abend mit Kassenheulern ab bis zur Sperrstunde, die dann von den CZE´s am Zeltplatz noch etwas verlängert wurde. Das zeigte sich dann auch bei einigen Teilnehmern am nächsten Morgen noch…

Mittwoch Früh das gleiche Prozedere, jedoch die Berge stärker verhangen, und ich dachte schon, das sieht nach Sportsocke aus… aber ganz falsch getippt 1000 und die Thermik stand! Und zwar stärker noch als am Dienstag -- wieder 4 Wettfahrten und neue Führende und neue Favoriten und auch jede Menge Ereignisse die es am Abend zu bereden gab. Stichwort Mastpirouette. Wie schwierig es ist am Traunsee gegen so eine große Konkurrenz zu segeln zeigt die Tatsache, dass beinahe jede Wettfahrt einen anderen Sieger hatte und auch fast jeder Segler mindestens einmal ziemlich tief in den Pott griff (GER 4402 der schließlich Europameister wurde hat auch einen 28 er in seiner Ergebnisliste!). Am Abend war diesmal kein Programm.

Donnerstag, ich stehe auf, nachdem das getrommle am Dach unseres Womo´s etwas leiser geworden ist, gleich vor der Tür 10 cm Wassertiefe L und mein Blick am See und auf die Berge sagt mir, dass das wohl unser Ruhetag werden wird, nass grau, Wolken, was soll da schon kommen? Um 0900 gibt Uli Fink ein Briefing und verkündet warten an Land und das sogar mit Zeitangabe- bis 1100, alles hätte ich verwettet, dass das den ganzen Tag so weiter geht – falsch! 1100 auslaufen bei Südwestwind und sogar fast ohne Regen, aber als wir beim Löwen ankamen wars auch schon wieder vorbei mit der Herrlichkeit und wir wurden zurückgeschleppt. Mittagessen und siehe da es kommt doch noch Wind. Wieder aus Südwest, was dann den meisten zu schaffen machte, musste man doch das vorher erprobte um 180° drehen. 1 Wettfahrt und wieder ein neuer Sieger und eine ziemliche Verschiebung in der gesamten Rangliste.

Aus Österreichischer Sicht führte AUT 18 Peter Grögl vor AUT 7 Alexander Lehner mit 10 Punkten Abstand, 21 Punkte vor AUT 2 Walter Schaschl, international war nach wie vor GER 4402 Sascha Schröter voran. Diesmal hat es uns mit der Showeinlage des Tages erwischt, nach sehr gutem Start in der 7. Wettfahrt kamen wir als 7. An der ersten Luvtonne an und wollten aufmachen um hinter GER4364 auf die Anliegerlinie zu kommen, in dem Moment wendete dieser und unsere Masten berührten und verhakten sich derart ineinander, dass wir gemeinsam einen Kringel drehten, während ich mit aller Kraft versuchte die Masten wieder voneinander zu befreien, was mir erst gelang als Gloria die Spannung aus dem Rigg nahm. Bis wir schließlich die Tonne rundeten waren wir ca. 20 Plätze weiter hinten und mit den Nerven am Sand.

Am Abend gab´s dann Galadinner zusammen mit den H- Boot die nach anfänglichem Geplänkel feststellten, dass Piraten „eigentlich“ recht gemütliche Segler sind. Fest vom feinsten, Essen vom feinsten, Livemusik vom feinsten, Stimmung großartig bis zur Sperrstunde! Und wieder dachten einige, es ist noch nicht genug – Mecklenburger Abend bis 0430 ….. ….

Na und für Freitag hatten wir nun gar keinen Wind mehr erwartet, aber was soll ich sagen, trotz Wolken baut sich gegen 0900 Nordostwind auf, ich habe den Glauben an jegliche Prognose endgültig verloren. Es gibt hier also eine Thermik ohne Sonne und bei Wolkenverhangenen Bergen – woher auch immer?!

Die letzten noch verbliebenen 2 Wettfahrten konnten gesegelt werden und gegen 1300 waren wir wieder an Land. Ich bin leider an diesem Tag , wahrscheinlich vom Ehrgeiz getrieben extrem schlecht gesegelt, was Walter ausnützte und sich noch an mir vorbeischob.

Auch an der Spitze wurde es noch einmal sehr eng, da GER 4402 im Vorletzten Rennen den 28ten Platz belegte, jedoch durch einen souveränen Sieg im letzten Rennen seinen Platz gerade noch halten konnte (2 Punkte vor 4431 Till Krüger und 26 Punkte vor GER 4305 Claus Stockhardt die es zuwege gebracht hatten, aufs Podium zu segeln ohne einen Tagessieg zu erringen).

Anschließend gab es die Preisverleihung und am Abend das traditionelle Seglerfest in Schloss Ort, wo die Piraten endlich wieder mal als „das“ Highlight präsentiert wurden und dann natürlich noch entsprechend abfeierten!

Alles in Allem eine super gelungene Veranstaltung die Danke der großartigen Leistung einiger zu dem werden konnte was es geworden ist.

Danke all jenen für ihren Einsatz!

Die Detailergebnisse entnehmt bitte der Rangliste, die ihr auf www.traunseewoche.at findet.

Ich gratuliere AUT 18 Peter Grögl/ Emanuel Braumüller zur Titelverteidigung – Österreichischer Staatsmeister, AUT 2 Walter Schaschl/ Günter Fossler, Silber und freue mich schließendlich die bronzene (natürlich mit meiner Frontkraft Gloria!) geschafft zu haben.

Weiters gratuliere ich den EUROPAMEISTERN Sascha Schröter/ Holger Hoff, Till Krüger/ Carlotta Mewes, Silber und Claus Stockardt/ Michael Wolf, Bronze und schließlich allen Teilnehmern, die ihr persönliches Ziel erreicht haben!

Euer Präsident

Alexander

AUT7