Neun Piraten, alle von der Alten Donau, haben dieses Jahr den Weg zum YCS gefunden, wo im Rahmen der traditionellen Mühlschüttelregatta auch die Wiener Landesmeisterschaft ausgetragen wurde.

Die Woche davor war stürmisch und regnerisch, und auch für den Samstag war die Wettervorhersage nicht gerade berauschend. Für mich war diese Regatta insofern besonders, da ich erstmals mit OE 325 (AUT 88) an den Start gehen wollte. Ich hatte diesen Holz-Piraten (Baujahr 1968) im Vorjahr generalrestauriert, und in Folge einige Trimmeinstellungen vorgenommen. Nun wollte ich wissen, wie all das im Vergleich mit modernen GFK-Piraten ausschaut, und da war eine SP-Regatta genau der richtige Rahmen. Einige Segelkollegen schauten doch ein wenig ungläubig, als ich unseren AUT 8 in der Halle stehen ließ, und mich daran machte AUT 88 segelklar zu machen. Ich muss zugeben, ich hätte mir angenehmeres Wetter für diesen ersten Vergleich gewünscht, denn Wind aus Nordwest mit bis zu 5 Bft. und möglicher Regen waren keine große Motivation, diese Regatta in einem Holzboot ohne besondere Lenzmöglichkeiten zu bestreiten.

Pünktlich um 13 Uhr konnte zur ersten Wettfahrt gestartet werden, und siehe da, an der Luvtonne lagen wir hinter AUT 4 an zweiter Stelle, dicht verfolgt von AUT 2, AUT 5 und AUT 64. Ein paar Mal wechselten die Positionen, letztendlich konnten aber Walter und Günter die Wettfahrt für sich entscheiden. Mit einem dritten Platz und fast zeitgleichem Durchgang mit AUT 5 konnten wir mehr als zufrieden sein.

Nach sehr kurzer Pause wurde zur zweiten Wettfahrt gestartet, ohne AUT 467, der sich in der ersten Wettfahrt verletzt hatte. Mir gelang mir ein (auf Video festgehaltener) Nullstart, und so konnten wir zum zweiten Mal in dieser Wettfahrtserie das Feld anführen. Ein gerissenes Cunningham brachte mich aber ein wenig aus dem Konzept, und so lagen wir nach dem Vorwindkurs auf dem dritten Platz. An der zweiten Leetonne hat mich AUT 2 offensichtlich übersehen, und ich musste eine Sonderrunde drehen, um die Tonne an der richtigen Seite zu runden. Für Walter waren es gleich zwei Runden, um sich zu entlasten, was AUT 5 die Möglichkeit gab ein wenig Vorsprung herauszuholen, während uns das übrige Feld dadurch wieder verdamm nahe gekommen ist. Beim Einfädeln des Cunninghams ist mir dann ein Fehler passiert, und so musste ich die 720° drehen, um mich gegenüber AUT 64 zu entlasten. An der Luvtonne wiederum war es nach einer Wegerechtsverletzung AUT 64, der sich gegenüber AUT 2 entlasten musste. Es war also die Wettfahrt der 720°-Drehungen. Aber schön zu sehen, dass faires Segeln nicht nur eine leere Worthülse ist, sondern auch gelebt wird. Letztendlich war wieder der 2er vorne, der 5er an der zweiten Stelle und Rang Drei ging diese Wettfahrt an AUT 64. Für uns war es „nur“ ein vierter Platz.

Bei der im Anschluss gestarteten dritten Wettfahrt war mein Start eher bescheiden, und so lagen wir nur im Mittelfeld. Das Feld wurde nun von AUT 64 angeführt, verfolgt natürlich von AUT 2 und AUT 5. Wir konnten uns zwar ein wenig heranarbeiten, allerdings passierte uns dann auf der Vorwind ein Missgeschick: wir sind uns über die Spischot gefahren. Also Spi runter, Schot befreien und Spi wieder rauf – mittlerweile waren wir auf den siebenten Platz zurückgefallen, aber wir haben es doch geschafft, und bis zu Leetonne wieder an das Feld heranzutasten. Die restlichen zwei Runden gelang es uns dann noch, an AUT 12, AUT 499, AUT 4 und AUT 64  vorbeizugehen, womit wir die Wettfahrt abermals am dritten Rang beenden konnten. Vorne gab es nichts Neues: AUT 2 vor AUT 5.

Damit war dieser Regattatag zu Ende und beim YCS war man froh, die Landesmeisterschaft im Sack zu haben, da für Sonntag nur wenig Wind vorhergesagt war. Trotz Kälte war es noch ein gemütlicher Abend bei Speis und Trank, bevor sich die Runde auflöste.

Sonntag war dann nicht nur wenig Wind, sondern auch Regen hat sich dazugesellt. Das bisschen Wind konnte sich außerdem für keine Himmelsrichtung entscheiden, und pendelte so zwischen Südwest und Nordwest hin und her, sodass an einen Start nicht zu denken war. Bis 13 Uhr wurde gewartet, dann die Veranstaltung mit der Siegerehrung beschlossen. Besonders schön für uns war neben dem dritten Rang (auf einem Holzpiraten) die Preise des YCS: eine Flasche Veltliner mit AUT 8 auf der Etikette.

Ein besonderes Danke an dieser Stelle auch an Michael und Gerhard, die tolle Bilder und Videos von den Wettfahrten und dem Drumherum angefertigt haben!